liljana bünger, psychologe hannover südstadt

Dipl. Soz. Psy. Liljana Bünger

Bereits meine erste Berufserfahrung im Frauenhaus lehrte mich, dass es dringend notwendig ist, meinem "anstudierten Wissen" eine kreative Seele zu verleihen. Die Mischung aus klientenzentrierter Gesprächsführung, systemischer Therapie und Kunsttherapie brachten mich auf den Gedanken der "Schöpferischen Psychologie".

Ich kann mit gutem Gefühl sagen, dass diese "gelungene Mischung" ein weiterführender Weg für all jene Menschen ist, die "innerlich kreativ wachsen" möchten.

Universitätsstudium am Psychologischen Institut an der Universität in Hannover
MA.: Sozialpsychologie, Germanistik, Romanistik
Dipl. Kunsttherapeutin

Coaching
Supervision
Hypnose
Tanztherapie
Gestalttherapie (GIP)
Mediatorin

Psychologin im Frauenhaus (Esslingen, München)

Mehrere Projektleitungen für Frauen und Kinder in Krisengebieten (Menschen für Menschen)

Kofra (München)
Kurleiterin auf Norderney
Handy-CAB, Leitung

Externe Supervision

Mein Motto

Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen, sondern unsere Sicht der Dinge.

- 2000 Jahre alte Erkenntnis von Epiktet -

Schöne Gedichte

Ein paar Gedichte zum Nachspüren und sich selbst wieder erkennen :-)


Ich wage...

Ich wage es, an mich selbst zu glauben: an meinen Drang nach Reife, an meine Liebesfähigkeit, an meine Begabung zur Freundschaft, an meine entschiedene Ausdauer, an meine immer neue Hoffnung. Aber auch wenn ich versage und Fehler mache, wenn ich unnötig verletze, wenn ich anderen die Freiheit nehme, wenn ich kleinkariert werde, wenn ich mich nicht mehr erneuere, wenn ich hart und unnahbar werde, auch dann will ich glauben, dass neben der Zerstörung auch das Lebensförderliche in mir wohnt und ich will es hervorlocken mit meiner Hoffnung und meinem Mut.

Ich wage... Aber auch wenn ich versage und Fehler mache, wenn ich unnötig verletze,wenn ich anderen die Freiheit nehme, wenn ich kleinkariert werde, wenn ich mich nicht mehr erneuere, wenn ich hart und unnahbar werde. auch dann will ich glauben, dass neben der Zerstörung auch das Lebensförderliche in mir wohnt und ich will es hervorlocken mit meiner Hoffnung und meinem Mut.

Ich wage es, mich von der Liebe leiten zu lassen. Nicht von einer verwaschenen Liebe, die nur hinter guten Gefühlen herjagt, sondern von einer Liebe, die aus der Tiefe kommt und daran interessiert ist, den ganzen Menschen aufzubauen, heilend zu wirken, befreit und befreiend zu handeln. Ich lege darum die Regeln ab, die mich immer wieder binden, und versuche zu begreifen, was hinter allen Gesetzen steht, um den Sinn zu verstehen, durch den das Leben erhalten und gefördert wird.

Ich wage neue Wege zu dir, unbegangene Wege, die nur mein Glaube an dich sieht. Ich will das Gespräch neu eröffnen und werde meine ganze Fantasie einsetzen, um Dich zu finden. Ich glaube an den Fortbestand unserer Beziehung, an die Möglichkeit eines tiefen Austausches. Wir haben noch nicht alles versucht. Wir haben noch nicht unsere ganze Energie eingesetzt. Wir haben uns noch nicht ganz verletzbar gemacht.

Ich wage es dir zu sagen, wie ich dich sehe, auch wenn du es vielleicht als Ablehnung erlebst. Ich wage es, die Rollen abzulegen, die uns nicht zueinander finden lassen. Ich will dich in deiner ganzen Eigenart kennen lernen und wünsche mir, dass ich auch von dir so erkannt werde.

Ich wage es, dich herauszufordern, deine Theorien in Frage zu stellen und dich zu ermutigen, wieder auf die innere Reise zu gehen. Auch wenn ich damit das Risiko eingehe, von dir missverstanden zu werden. Ich will mich nicht ängstlich zurückhalten, Ich liebe dich, und zur Liebe gehört Herausforderung. Ich wage es und hoffe, dass du es so verstehst, wie ich es gemeint habe.

Ich wage allein zu gehen, nur auf mich geworfen zu sein, zu mir zu stehen und Fuß vor Fuß zu setzten. Wenigstens dieses Stück Weg. Ich will meine Angst vor dem Alleinsein erkennen und bekämpfen. Ich will mich niemand anschließen, kein Mitläufer sein, kein Nachbeter und Anhänger; sondern ein eigenständiger Mensch. Ich will auf eigenen Füßen stehen und feststellen, dass sie mich tragen und dass die Erde hält und ich auf ihr laufen kann. Ein freier Mensch.

Ich wage es, an das Gute in dir zu glauben, dir zu vertrauen, mich dir anzuvertrauen. Ich wage es, den Teufelskreis des Misstrauens zu durchbrechen. Ich will dich nicht mehr verdächtigen, dich nicht links liegen lassen. Mit meinem Vertrauen will ich eine andere Wirklichkeit zwischen uns bauen. Und selbst wenn ich enttäuscht werde von dir oder von mir, will ich immer wieder neu hoffen und nicht zum Menschenverachter werden. Ich will das Aufbauende in dir, deine Hoffnung und deinen Lebensmut hervorlocken und so selbst verändert werden.

Abschied

Wie hab ich das gefühlt was Abschied heißt. Wie weiß ichs noch: ein dunkles, unverwundnes, grausames Etwas, das ein Schönverbundnes noch einmal zeigt und hinhält und zerreißt. Wie war ich ohne Wehr, dem zuzuschauen, das, da es mich, mich rufend, gehen ließ, zurückblieb, so als wärens alle Frauen und dennoch klein und weiß und nichts als dies: Ein Winken, schon nicht mehr auf mich bezogen, ein leise Weiterwinkendes, schon kaum erklärbar mehr: vielleicht ein Pflaumenbaum, von dem ein Kuckuck hastig abgeflogen.

Aus: Neue Gedichte (1907)

Kindheit

Da rinnt der Schule lange Angst und Zeit mit Warten hin, mit lauter dumpfen Dingen. Oh Einsamkeit, oh schweres Zeitverbringen... Und dann hinaus: die Straßen sprühn und klingen und auf den Plätzen die Fontänen springen und in den Gärten wird die Welt so weit. Und durch das alles gehn im kleinen Kleid, ganz anders als die andern gehn und gingen: Oh wunderliche Zeit, oh Zeitverbringen, oh Einsamkeit. Und in das alles fern hinauszuschauen: Männer und Frauen; Männer, Frauen und Kinder, welche anders sind und bunt; und da ein Haus und dann und wann ein Hund und Schrecken lautlos wechselnd mit Vertrauen: Oh Trauer ohne Sinn, oh Traum, oh Grauen, oh Tiefe ohne Grund. Und so zu spielen: Ball und Ring und Reifen in einem Garten, welcher sanft verblaßt, und manchmal die Erwachsenen zu streifen, blind und verwildert in des Häschens Hast, aber am Abend still, mit kleinen steifen Schritten nach Haus zu gehn, fest angefaßt: Oh immer mehr entweichendes Begreifen, oh Angst, oh Last. Und stundenlang am großen grauen Teiche mit einem kleinen Segelschiff zu knien; es zu vergessen, weil noch andre, gleiche und schönere Segel durch die Ringe ziehn, und denken müssen an das kleine bleiche Gesicht, das sinkend aus dem Teiche schien: Oh Kindheit, oh entgleitende Vergleiche. Wohin? Wohin?

Aus: Das Buch der Bilder

Abend

Der Abend wechselt langsam die Gewänder, die ihm ein Rand von alten Bäumen hält; du schaust: und von dir scheiden sich die Länder, ein himmelfahrendes und eins, das fällt; und lassen dich, zu keinem ganz gehörend, nicht ganz so dunkel wie das Haus, das schweigt, nicht ganz so sicher Ewiges beschwörend wie das, was Stern wird jede Nacht und steigt - und lassen dir (unsäglich zu entwirrn) dein Leben bang und riesenhaft und reifend, so dass es, bald begrenzt und bald begreifend, abwechselnd Stein in dir wird und Gestirn.

Aus: Das Buch der Bilder

Was der Wind in den Sand geschrieben

Dass das Schöne und Bedrückende nur ein Hauch und Schauer sei, dass das Köstliche, Entzückende, Holde ohne Dauer sei: Wolke, Blume, Seifenblase, Feuerwerk und Kinderlachen, Frauenblick im Spiegelglase und viel andere wunderbare Sachen, dass sie, kaum entdeckt, vergehen, nur von Augenblickes Dauer, nur ein Duft und Windeswehen, ach, wir wissen es mit Trauer. Und das Dauerhafte, Starre ist uns nicht so innig teuer: Edelstein mit kühlem Feuer, glänzend schwere Goldesbarren; selbst die Sterne, nicht zu zählen, bleiben fern und fremd, sie gleichen uns, Vergänglichen nicht, erreichen nicht das Innerste der Seelen. Nein, es scheint das innigst Schöne, Liebenswerte dem Verderben zugeneigt, stets nah am Sterben, und das Köstlichste: die tönernde Musik, die im Entstehen schon enteilen, schon vergehen, sind nur Wehen, Strömen, Jagen und umweht von leiser Trauer, denn auch nicht auf Herzschlags Dauerlassen sie sich halten, bannen; Ton um Ton, kaum angeschlagen, schwindet schon und rinnt von dannen. So ist unser Herz dem Flüchtigen, ist dem Fließenden, dem Lebentreu und brüderlich ergeben, nicht dem Festen, Dauertüchtigen. Bald ermüdet uns das Bleibende, Fels und Sternwelt und Juwelen, uns in ewigem Wandel treibende Wind- und Seifenblasenseelen, Zeitvermählte, Dauerlose, denen Tau am Blatt der Rose, denen eines Vogels Werben, eines Wolkenspieles Sterben, Schneegeflimmer, Regenbogen, Falter, schon hinweg geflogen, denen eines Lachens Läuten, das uns im Vorübergehen kaum gestreift, ein Fest bedeuten oder wehtun kann. Wir lieben, was uns gleich ist, und verstehen, was der Wind in den Sand geschrieben.

Mit der Zeit

lernst Du, dass eine Hand halten nicht dasselbe ist wie eine Seele fesseln und dass Liebe nicht Anlehnen bedeutet und Begleitung nicht Sicherheit. Du lernst allmählich, dass Küsse keine Verträge sind und Geschenke keine Versprechen und Du beginnst, Deine Niederlagen erhobenen Hauptes und offenen Auges hinzunehmen mit der Würde des Erwachsenen, nicht maulend wie ein Kind. Und Du lernst, all Deine Straßen auf dem Heute zu bauen, weil das Morgen ein zu unsicherer Boden ist.

Mit der Zeit erkennst Du, dass sogar Sonnenschein brennt, wenn Du zuviel davon abbekommst. Also bestell Deinen Garten und schmücke selbst Dir die Seele mit Blumen, statt darauf zu warten, dass andere Dir Kränze flechten. Und bedenke, dass Du wirklich standhalten kannst ... und wirklich stark bist. Und dass Du Deinen eigenen Wert hast.